Wassermusik

Nicht nur von Händel!

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Akustische Appetitanreger

Geräusche können äußerst anregend sein! Mir fällt da spontan jene etwas dickerer Bekannte ein, die sich nicht traute, die Schokolade einfach aus dem Kühlschrank zu nehmen, während ihr Vater in der Küche saß. Stattdessen schloß sie den Wasserhahn nicht richtig, woraufhin Papi nach kürzester Zeit die Toilette aufsuchte und der Weg zum Kühlschrank frei war...!

Noch reizvoller die Varianten, wenn der Weg zum Klo blockiert ist, und plätschernde Geräusche hieran hartnäckig erinnern. Händel's "Wassermusik" soll auf manche sensiblere Gemüter so wirken, ein Brunnen beim romantischen Schmusen im Park tut's allerdings auch :-) Wir haben übrigens eine besonders nette Ausgabe musikalischer Aquarelle für euch aufgetan - auf dieser Doppel-CD lassen es neben Händel auch noch Debussy, Laforet und Ousset kräftig plätschern!

Besonders reizvoll allerdings, wenn die Musik auch einen entsprechenden Text enthält. Im amerikanischen Sprachraum ist hier einiges geboten, wie man beim Stöbern auf Patches' Seiten feststellen kann. In Deutsch finden sich leider wesentlich weniger Songs, denn bei Titeln wie "Verpiß' Dich!" von TicTacToe ist keine lustbetonte Komponente vorhanden. Nur die Einführung und der Erfolg der Maxisingles hat einen pipibedingten Background - sie soll das Bedürfnis der DJs, auch mal zu müssen, zur Grundlage gehabt haben, wofür die einfachen Singles in einer vollbesetzten Diskothek einfach zu kurz waren. :-)

Also ihr Musiker: Wer schreibt endlich einen flotten Song über ein feuchtes Mißgeschick??? ;-))


Rosenstolz-CDWo es ebenfalls sehr feucht und fröhlich zugeht, sind Rosenstolz. Nicht nur, weil es ihre "Best of" namens "Alles Gute" nun in der "Gold-Edition" gibt! Nein, in den Texten von Rosenstolz geht es generell sehr erotisch zu - von "Sex im Hotel" bis "Nymphoman" ist hier alles geboten und im letzteren Song finden sich im Text die schönen und für unsereins nun absolut nicht erklärungsbedürftigen Zeilen:

Rosenstolz Buch"Laß die Knospe sprießen
laß Champagner fließen"

Rosenstolz' "Alles Gute" ist so eine Platte, die man einfach haben muß! Alle Platten von Rosenstolz sind hier aufgelistet. Wer sich darüber hinaus noch weiter für diese ungewöhnliche Band interessiert, dem sei auch ihr Buch "Lieb mich, wenn du kannst, nimm mich, nimm mich ganz" (übrigens ebenfalls eine Textzeile aus dem Song "Nymphoman") ans Herz gelegt. Darin findet sich auch eine witzige Stelle über "Divenpisse" - in einem Schwulenlokal, dem es an dem gewissen Örtchen mangelt, müssen sich die Jungs ersatzweise in leere Flaschen erleichtern und bei besonders promintenten Besuchern werden die Flaschen dann schon mal verkorkt, etikettiert und in ein Regal der "Sehenswürdigkeiten" verfrachtet. :-)


Ein Klassiker darf natürlich keinesfalls fehlen, den zumindest in Deutschland fast jeder kennt: Frank Zappa mit seinem schmusigen und doch gar nicht romantischen Bobby Brown (goes down) aus dem inzwischen wieder aufgelegten Album Sheik Yerbouti. Hier sind alle Zappa-Alben gelistet.


Garbage 2.0Auch was für Wassersport übrig hat die Band Garbage - hier alle Platten:

In ihrem Album "2.0" gibt es den Song "Growing up" mit der schönen Textzeile

"Happy hours, golden showers, on a cruise to freak you out".

Hier der ganze Songtext.


Ebenfalls erwähnenswert ist die englische Gruppe Rockbitch, die 1997 auch mehrfach in Deutschland auftrat. In manchen Städten bis zu drei Mal! So geile Pinkeleien auf der Bühne sieht man in keinem anderen Konzert, trotzdem machen die Mädels das nicht etwa, um Leute anzulocken, sondern aus Prinzip: Statt wie ihre männlichen Kollegen die Groupies nach der Show hinter der Bühne zu vernaschen, stehen die Bitches zu ihren Gelüsten und tun dies halt schon auf der Bühne :-)) 1998 konnten wir ein Konzert im Hamburger "Docks" genießen und 1999 kamen sie wieder !!!

Natürlich konnten wir uns das schon 1997 nicht entgehen lassen und bieten daher eine Konzertkritik des Konzerts, das am 18. Juni in München im "Incognito" im Kunstpark Ost stattfand. Das beste Rockbitch-Konzert, das wir kennen - es übertraf sogar noch das Video.

Die am 19. August geplante Wiederholung im "Babylon" im Kunstpark Ost wurde dagegen wegen hohem Andrang zunächst ins "Colloseum" am gleichen Ort verlegt und dann auch noch wenige Stunden vor Beginn vom Münchner Kreisverwaltungsreferat, genauer gesagt, von einem gewissen Herrn Dr. Benno Ziegler, untersagt. Und zwar erst am Tag des Konzerts selbst - die Fans standen bis weit nach 23 Uhr vor der Tür, während der Veranstalter versuchte, das Konzert zu retten. Doch war dies zu dieser späten Stunde nicht möglich, und der Veranstalter verklagte die Stadt München auf Schadensersatz und riet weit angereisten Fans dasselbe. Immerhin war das Konzert ja lange vorher angekündigt und eine frühere Absage hätte weniger Tumult verursacht.


So kam Rockbitch


TV Amsterdam hat außerdem ein Rockbitch-Video gedreht, das auch auf den Konzerten verkauft wird, aber per Mail-Order billiger kommt.

Damit ist Rockbitch vom Geheimtip zum Allgemeinwissen geworden. Nun kennt sie jeder. Blöd allerdings, daß nun als Kettenreaktion viele Konzerte verboten wurden. In Regensburg sogar endgültig und rechtskräftig - was war dort in der bayrischen Provinz auch anderes zu erwarten....seufz...

Photo courtesy of Sadness exposed, http://www.rendo.dekooi.nl/~mesker/rockbitch.htmlDas ausschlaggebende Konzert in München wurde dagegen nachgeholt - und zwar gleich zweimal! "Wegen großer Nachfrage", versteht sich. Und wohl auch, weil das zuletzt vorgesehene "Colloseum" diesmal durch eine Erotikmesse blockiert war...ausgerechnet! <g>. "Natürlich" mußte das Programm "etwas" entschärft werden - lt. Veranstalter handelte es sich nur um "Kleinigkeiten" - unter anderem kein Geschlechtsverkehr auf der Bühne und es darf nicht ins Publikum uriniert werden - das allerdings taten die Mädels auch bisher nicht, dazu mögen sie das gute Zeug ja selbst viel zu gern ;-). Diese Entscheidung war von mehreren Richtern gefällt und rechtskräftig ... aber denkste! Nun hat sich die Bayrische Staatsregierung eingeschaltet (haben die eigentlich sonst nichts zu tun???) und die Städte München und Nürnberg angewiesen, die Konzerte wieder zu verbieten! :-(((

Der Veranstalter hat mit einem Eilverfahren erfolgreich dagegen eingeschritten, allerdings mit weiteren einschränkenden Auflagen. Diese waren teilweise eher kurios - so durfte auch nicht mehr auf der Bühne gepinkelt werden und es durfte auch keine andere Flüssigkeit in die Vagina eingeführt werden (!). Auch mußte die übliche Belohnung für das Fangen des "Goldenen Kondoms" ausfallen - der Gewinner bekam lediglich eine Tasse Tee (!) und durfte natürlich keinesfalls pinkeln. Außerdem wurde Rockbitch Sex mit Tieren verboten - wollte man sie hier auf neue Ideen bringen? Immerhin hatten sie mit sowas noch nie was am Hut!!!

Auch ihre Brüste oder andere Organe durften sie nicht berühren. Küssen war noch erlaubt, ebenso übrigens Auspeitschen. Doch das war den Mädels nun anscheinend auch vergangen - sie spielten nur Musik. Die war aber unverändert gut, sodaß die Fans durchaus zufrieden waren. Wir auf jeden Phall, auch wenn die warme Dusche fehlte. Obwohl der Veranstalter anbot, das Geld denen zurückzuzahlen, die mit der zensierten Show nicht einverstanden waren, ging niemand. Und wenn Rockbitch nochmal unzensiert nach München kommen sollte, haben alle, die ihr Ticket vom 18.8., 6.9. oder 8.9.97 aufbewahrt haben, freien Eintritt! Pech allerdings, wer bis dahin (und das passiert sicher nicht mehr so schnell) aus dem prüden Bayern wegzieht...

Paradox übrigens, daß die Stadt München die Begrenzung auf über 18 aufhob, dafür aber die Liste mit allen "verbotenen" sexuellen Spielarten vorgelesen werden mußte. Wohl, damit auch die Bayern mal auf ein paar neue Ideen für die häusliche Freizeitgestaltung kommen? ;-)

Was bleibt, ist ein übler Nachgeschmack. Denn die Begründung der Bayrischen Staatsregierung für ihr Veto beruhte unter anderem auf dem Begräbnis von Lady Di am 6.9.1997 - dies hätte der Veranstalter bei der Terminplanung gefälligst berücksichtigen sollen. Ziemlich makaber, weder die Regierung noch der Veranstalter konnten ja zum Zeitpunkt der Planung des Konzerts von diesem Unglück ahnen, aber es ist halt jede noch so herbeigezogene Begründung recht, um die Band in Mißkredit zu bringen. Die ja sowieso am 18. August spielen wollte und nicht am 6. September. Aber was interessiert Logik die Regierung. Wobei interessanterweise der Name des Verantwortlichen diesmal geheim gehalten wurde.

Ein Vertreter des Münchner Oberbürgermeisters, der so mutig war, sich offiziell zu dem Konzert zu äußern, wurde dagegen persönlich von der CSU fertig gemacht. Diese gab nämlich eine offizielle Presseerklärung heraus, die "Grüner OB-Vertreter entlarvt sich als verbaler Sittenstrolch" titelt. Schon fertig getextet für die "BILD"-Zeitung - doch anscheinend hatte man deren Niveau unterschätzt, nicht mal dort wurde dies so unverändert gedruckt...

In Wirklichkeit ist es anders - was die Behörden an "Rockbitch" stört, ist, daß es Leute sind, die dies aus Spaß und Überzeugung tun. Und daß der Eintritt mit um die 30 Mark zu billig ist. Sowas muß halt gefälligst ein paar "Hunnies" kosten und nur des Geldes wegen gemacht werden, dann ist es o.k. Weshalb wir recht froh sind, amerikanischer Gesetzgebung zu unterliegen - andernfalls wäre diese Internet-Site auch längst Geschichte...denn auch wir machen es nicht wegen Geld (Geld? Welches Geld??), sondern zum Spaß.

Rockbitch ist ein Weg der sexuellen Befreiung - und da niemand unter 18 ihre Show sehen darf, ist sie genauswenig illegal wie ein Beate Uhse Laden, ein Sexkino oder ein Bordell. Hat aber wesentlich mehr zu bieten. Aber wo kämen wir hin in Bayern, wenn Frauen selbst über ihre Sexualität bestimmen? Dann wären einige Politiker sicher bald ohne Frau. Vielleicht fehlt es ihnen aber auch jetzt schon daran, wenn man an Telefonsexskandale & Co. denkt....

Schönen Gruß übrigens an die Dame vom Bayrischen Rundfunk, die uns interviewt hat. Ob sie es auch senden durfte, haben wir leider nicht erfahren ;-). Und an die "Rockbitch"- und "Lost Angel"-Fans von der TU München, die mit uns am 27. November 1997 "Golden Years of Golden Shower" mit Cola und Jever-Pils im legendären "Werkstattkino" gefeiert haben! :-)

Rockbitch kamen 1999 übrigens erneut nach Deutschland!!! 1998 durften wir ein Konzert im Hamburger "Docks" genießen, auf der Reeperbahn hatte man keinen so großen Bammel vor ein paar wilden Frauen wie in München. Ankündigen durften wir das Konzert damals allerdings nicht, weil man Schlagzeilen wie in München und ein nachfolgendes Verbot vermeiden wollte. Geholfen hat es dennoch nichts - inzwischen haben Rockbitch auch im Docks Auftrittsverbot.

Rockbitch mit voller Blase on stage!!!Inzwischen hat Rockbitch es auch gewagt, in ihrer Heimat England Konzerte zu geben. Weit kamen sie nicht: nur zwei von zehn angesetzten Auftritten wurden nicht verboten. Den Musikerinnen stinkt dies gewaltig, das Management hat nun allerdings für Deutschland um Mäßigung gebeten, damit auch mal ausnahmsweise Geld reinkommt, statt nur für abgesagte Gigs Hallenmiete hinlegen zu müssen. Es wird also vermutlich (garantieren kann dies bei den wilden Rockhexen keiner...) eine etwas gemäßigte Show geben ohne die geilen Pinkeleien der früheren Auftritte. Einen Besuch ist Rockbitch trotzdem wert, denn die Musik ist im Laufe der Jahre noch besser geworden und die Texte sind schweinisch wie es sich gehört :-)

Der Vorteil: Wir dürfen die Konzerttermine nun auch wieder ankündigen, es sind keine "Geheimkonzerte". Zudem hatte uns der Konzertveranstalter zum Auftakt der Tournee nach Hamburg eingeladen :-) Das Konzert war wieder im  "Docks" auf der Reeperbahn. Der Sound war bestens, die Mädels spielen nun wirklich gut, und die Show war auch Spitze. Alles, was Alice Schwarzer sich verkniffen hat, zeigen Rockbitch: sie kritisieren die Beschneidung der Frauen in Afrika mit Original-Aufnahmen des Gemetzels, lassen aber auch den Spaß nicht zu kurz kommen. So gab es endlich wieder das Goldene Kondom zu gewinnen, und die Sexsklavin Lucy wurde zur Kamerasklavin umfunktioniert, damit auch die Leute mit ungünstigen Plätzen im Detail sehen konten, wie gerne sich die Mädels gegenseitig abschlecken. Lediglich die Sängerin Julie und der einzige Mann "Beast" waren wie gewohnt nicht oben & unten ohne - die blaue Gesichtsbemalung hatte Julie dagegen abgelegt.

In einigen deutschen Städten gab nur eine "entschärfte" Version der Show zu sehen, aber Hamburg war auf jeden Fall eine Reise wert :-)) Details über die Entschärfung könnt ihr in Original-Briefen der Behördern bei TV Amsterdam nachlesen.
 
In Partnerschaft mitAmazon.deUnd für alle, die Rockbitch live verpaßt haben, haben wir nun etwas ganz feines: Amazon.de, die uns ja schon in der Literaturecke unterstützen, bieten nun auch Musik an. Ihr könnt also dort nun auch online CDs bestellen. Dies zwar leider nicht portofrei, wie bei den Büchern, aber es lohnt sich oft trotzdem. Insbesondere bei einem raren Juwel wie der neuen Rockbitch-CD. Die zeigt, daß die Mädels nicht nur "sozialkritische" Texte und kesse Spiele zu bieten haben, sondern auch knalligen Rock.

Allein das Beibuch zur CD ist übrigens den Kauf wert - Rockbitch erklären dort einiges zu ihrer Philosophie, und wie es überhaupt dazu kam, daß sie eine solche Show aufbauten. Sie hatten sich nämlich schlichtweg über die Verlogenheit der Männer-Rockbands geärgert, die stets nach der Show die großen Sexorgien hinter der Bühne durchzogen, und sagten sich deshalb:
1. können wir das als Frauen viel besser und
2. soll auch der Teil des Publikums etwas davon haben, der uns nicht persönlich kennenlernen kann.
Doch etwas umsonst zu bieten, das anderswo viel Geld kostet, bringt jede Menge Ärger...umsonst ist die Rockbitch-CD "Motor Driven Bimbo deshalb leider nicht - aber ihren Preis wert. Außer natürlich, man mag keine laute Rock-Musik  :-)

Am 9. Juli 2002 gaben Rockbitch nun leider ihr letztes Konzert (leider wegen Hintergrundgrafik kaum lesbare Seite). Ihre Konzerte waren trotz Beachtung aller Auflagen mit voller Absicht sehr oft in letzter Sekunde verboten worden, sodaß sowohl die Band wie die Fans umsonst anreisten, aber natürlich nicht kostenlos. Die Verluste bei Band und Konzertveranstaltern waren so groß, daß das Ganze nicht mehr zu finanzieren war. Einen Gewinn hat die Band mit den Konzerten ohnehin nie gemacht - es waren immer sehr preisgünstige Veranstaltungen.


Lost Angel Interaktiv!

Wir haben nun mit dem Portal ein System programmiert, das das Einstellen neuer Stories, Links, Bilder, Berichte und Musikstücke vereinfacht. Doch auch im Puller-Blog findet sich hin und wieder etwas Musikalisches!



 

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